Jubiläumskonzert

VON SILVIA RIETZ (TEXT) HANSPETER BÄRTSCHI (BILD)

SJSO und Trio RafaleDas Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester und das Trio Rafale gastierten im Konzertsaal, um mit Beethovens Tripelkonzert Franz Grimm zu dreissig Jahren Frag-Art-Konzerte zu gratulieren - und gleichzeitig das Publikum zu elektrisieren. Mit viel Temperament, Jugendfrische und Virtuosität beglückwünschten mehr als achtzig Musikerinnen und Musiker Konzertveranstalter Franz Grimm zum Jubiläum und zu seinem unermüdlichen Einsatz «Ein Idealist, der 527 Konzerte organisiert hat und mit ungebrochenem Elan weitere organisieren wird», lobte Stadtpräsident Kurt Fluri den Veranstalter, dessen Wirken unter anderem mit dem Kultur- und Anerkennungspreis der Regiobank Solothurn, dem Kulturpreis seiner ehemaligen Wohngemeinde Aeschi und dem Kulturvermittlerpreis des Kantons Solothurn geehrt worden ist. Franz Grimm dankte nicht nur dem Publikum für die Treue, sondern auch SJSO-Stiftungsratspräsident Rudolf Remund aus Zuchwil, der das Sonderkonzert des Schweizerischen Jugend-Sinfonie-Orchesters (SJSO) in Solothurn ermöglichte.

Trio Rafale: Präzis und stilsicher Und dieses hatte es in sich: Top motivierte junge Orchestermusiker boten dem Publikum einen wahren Augen- und Ohrenschmaus. Als Vertreter der kommenden Musikergeneration eröffnete das Jugend-Sinfonie Orchester den Abend mit Zeitgenössischem, einem spannenden Stück von Rolf U.Ringger, der den Applaus und die Anerkennung von Dirigent Kai Bumann persönlich entgegen nahm. Nach den modernen Klängen folgte mit Beethovens «Tripelkonzert» das eigentliche Herzstück des Abends. Leider ist es nur selten zu hören, da es als Solisten ein Klaviertrio verlangt, welches solistische Brillanz mit präzisem Zusämmenspiel verbindet. Dirigent Bumann hat mit dem Trio Rafale ein Kammermusikensemble verpflichtet, welches diese Tugenden lebt. Das Zusammenspiel von Pianistin Maki Wiederkehr, Violinist Daniel Meller uud Cellist Flurin Cuonz ist mit internationalen Preisen und Auszeichnungen geradezu überhäuft worden. Trotz unterschiedlicher Temperamente und Charaktere wetteifern sie nicht um Effekte oder den tragfähigsten Ton, sondern machen zusammen Musik. In einer Weise, die dem besonderen Charakter des Tripelkonzerts wunderbar entspricht. Dabei beeindruckten die Präzision des Zusammenspiels und die Stilsicherheit des Trios. Wegen des beengten Platzes hatte die Pianistin die Kollegen im Rücken und musste ohne Blickkontakt auskommen. Das Ausnahmetalent hörte noch genauer hin und hielt alle auf Kurs.
Das vitale Spiel des Trios steckte die Mitglieder des Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchesters an, sodass das gemeinsame Musizieren der Jungstars mit den kommenden Klassiksternen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss. Wie auch die expressiv- schwelgende SJSO-Interpretation der «Rheinischen» von Schumann. Ein elektrisierender Genuss, der mit Standing Ovations gefeiert wurde. Die Orchestermusiker ihrerseits applaudierten Kai Bumann, dem Dirigenten, der Jungtalente fördert und zu einem faszinierenden Klangkörper zusammenschweisst.

Aus der Solothurner Zeitung vom November 2013.